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Die bemerkenswertesten Speisen aus aller Welt

Die italienische Regierung hat die UNESCO darum gebeten, neapolitanische Pizza auf ihre Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Als Begründung beruft sie sich dabei auf die Rolle des Pizzabäckers und auf die Geschichte dieser Speise. Immerhin wurde die bescheidene Pizza in Süditalien erfunden und zählt zu den ältesten Speisen der Welt. Hier sind noch weitere, die Ihnen garantiert das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Tamara Hinson ist eine freischaffende Reisejournalistin aus Surrey, England, die für Zeitungen wie den Telegraph und den Guardian schreibt, sowie für Bordpublikationen und Reisewebsites. Besonders gern ist sie abseits der ausgetretene Pfade unterwegs, so zählen Nordkorea und Benin zu ihren ungewöhnlicheren Reisezielen.

Pizza

Ob Sie es glauben oder nicht – Pizza gab es schon lange bevor Domino’s oder Pizza Hut auf der Bildfläche erschienen. Tatsächlich wurde der erste Pizzagenuss im Jahr 997 n. Chr. aufgezeichnet, als sie im zentralitalienischen Gaeta eine beliebte Mahlzeit war. Auf Sardinien haben Archäologen sogar Beweise für den Verzehr von Pizza gefunden, die 7.000 Jahre zurückliegen und es ist bekannt, dass auf den Schilden der Soldaten, die im 6. Jahrhundert v. Chr. unter dem persischen König Darius kämpften, Fladenbrote gebacken und mit Käse belegt wurden.

Italienische PizzaBildnachweis: iStock.com/Marzia Giacobbe

Smørrebrød

Smørrebrød ist ein belegtes Brötchen aus traditionellem Roggenbrot, dass zu den ältesten Speisen Dänemarks zählt. Es gibt zahlreiche Variationen, aber die beliebtesten werden mit Fisch, Pastete oder Fleisch gemacht. In den letzten Jahren schufen die neuen angesagten Köche Dänemarks ihre eigenen Smørrebrød-Versionen und hauchten Dänemarks traditionellster Speise so neues Leben ein. Vermutet wird, dass dieses Gericht zuerst von Bauern gegessen wurde, die übrig gebliebenes Essen auf einen Teller aus Brot legten, der dann schnell und einfach im Freien gegessen werden konnte.

Smørrebrød

Bildnachweis: iStock.com/warrengoldswain

Kaiseki

Nicht nur ein einzelnes Gericht, sondern gleich eine mehrgängige Mahlzeit, beschreibt der Begriff „Kaiseki“, der aus der traditionellen japanischen Küche stammt. Während die Wurzeln dieses Konzepts ins 16. Jahrhundert zurückgehen, ist es heute eher eine Art von Kunst als eine Mahlzeit, denn neben dem Geschmack, wird vor allem der Beschaffenheit, dem Erscheinungsbild und der Farbe der Speise viel Aufmerksamkeit geschenkt. Von einer Mahlzeit, die einst aus einer Schale Misosuppe und drei Beilagen bestand, hat sich Kaiseki inzwischen zu einem kulinarischen Spektakel entwickelt, dass mindestens einen Appetitanreger, Sashimi, ein Grillgericht und einen gedünsteten Gang umfasst.

Kaiseki

Kimchi

Kimchi zählt zu den beliebtesten Speisen Südkoreas und ist eine traditionelle, gegärte Beilage, die aus gewürztem Gemüse hergestellt wird, wobei gern Kohl und Seetang verwendet werden. Schon seit Hunderten von Jahren ist es das Nationalgericht des Landes. Wie wichtig es tatsächlich ist, zeigte sich als die südkoreanische Regierung während des Vietnamkrieges sogar die Hilfe des US-Präsidenten anforderte, um zu gewährleisten, dass die südkoreanischen Truppen weiterhin mit Kimchi versorgt werden können. Selbst im Weltall sollte darauf nicht verzichtet werden, sodass Wissenschaftler eine vitaminreiche Version speziell für die südkoreanische Astronautin Yi So-yeon schufen.

Kimchi - Südkorea Bildnachweis: iStock.com/Louno_M

Licitar

Licitare sind farbenfroh dekorierte Kekse, die in Kroatien hergestellt werden. Typischerweise werden sie aus Honigteig gemacht, weshalb sie auch als Lebkuchen bezeichnet werden. Licitare gibt es in verschiedensten Formen und Größen, wobei Rot die vorherrschende Farbe ist. Sie werden im Winter an Weihnachtsbäume gehängt und am Valentinstag als Liebesbeweis verschenkt. Im Jahr 2010 erkannte die UNESCO ihre Bedeutung an, indem sie das traditionelle Lebkuchenhandwerk als Weltkulturerbe aufnahm. Im Vergleich dazu sieht der schiefe, einäugige Lebkuchenmann, den Sie damals zu Weihnachten gebacken haben, doch plötzlich ein wenig laienhaft aus.

Licitar aus kroatien

Christstollen

Der Christstollen ist eine traditionelles deutsches Gebäck, welches in der Weihnachtszeit gegessen wird. Ursprünglich kommt er aus Dresden, wo es heute mehr als 130 Spezialbäckereien gibt. Die Hauptzutaten unterscheiden sich kaum von den Rezepten, die bereits vor Hunderten von Jahren verwendet wurden – Trockenobst, Zitronat und Rum sind die wichtigsten Zutaten dieses kuchenartigen Früchtebrots, das zum ersten Mal im Mittelalter gegessen wurde. Obwohl es landesweit eine beliebte Speise ist, werden nur die in Dresden hergestellten Christstollen als wirklich authentisch angesehen, was durch ein Qualitätssiegel noch stärker betont wird.

Christstollen - Dresden

Ceviche

Ceviche (Aussprache „sä-VIE-chee“) ist eine beliebte Speise, die in ganz Lateinamerika zu finden ist, und wird aus rohen, in Limetten- oder Zitronensaft eingelegten Meeresfrüchten hergestellt und kalt serviert – üblicherweise mit Tomaten, Zwiebeln, Chilischoten oder Koriander. Obwohl verschiedene Arten von Meeresfrüchten verwendet werden können, zählen Krabben, Jakobsmuscheln, Tintenfische und Oktopus zu den beliebtesten Optionen. Entstanden ist Ceviche sowohl in Peru als auch in Ecuador, was wahrscheinlich in die Zeit der Inkas zurückgeht. Sie liebten gesalzenen Fisch und es wird vermutet, dass die Spanier zu diesem Brauch beitrugen, indem sie Zitronen und Zwiebeln als Würzmittel einführten.

Ceviche aus LatainamerikaBildnachweis: iStock.com/Proformabooks

Dondurma

Klebrig, süß und häufig faserig – so kann man die türkische Eiscreme Dondurma beschreiben. Durch den Einsatz von Salepmehl (hergestellt aus Orchideenwurzeln) und Mastix entsteht eine etwas zähe Masse, die es traditionellen Verkäufern erlaubt, das Eis mit langstieligen Kellen zu servieren. Ein großer Vorteil der Dondurma-Eiscreme ist die Tatsache, dass sie nicht schmilzt. In der Türkei ist sie sogar so beliebt, dass der starke Konsum das Landesvorkommen an wilden Orchideen erschöpfte, was die Regierung dazu bewegte, den Export zu verbieten.

Dondurma - EisBildnachweis: iStock.com/Kesu01

Brezen

Als eine der ältesten Speisen Deutschlands bringen „Brezen“ oder „Brezeln“ eine hundertjahrelange Geschichte mit sich. Der Legende nach war es vor 500 Jahren, dass ein Bäcker auf seine Hinrichtung durch den örtlichen Herzog wartete. Der Herzog versprach dem Bäcker jedoch sein Leben zu verschonen, wenn er ein Brot backen würde, durch das die Sonne dreimal hindurchscheinen könnte. Diese Chance ließ sich der Bäcker nicht entgehen und so schuf er die Brezel. Mehr über die Geschichte des Gebäcks erfahren können Fans im Museum der Brotkultur in Ulm. Ja, so etwas gibt es tatsächlich.

Bretzel Bretzen Bildnachweis: iStock.com/nickpo

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