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Entdecken Sie das wunderschöne Teneriffa mit dem Mietwagen

Es gab eine Zeit, da wurde Teneriffa auch „Tenergrief“ genannt, wobei „grief“ aus dem Englischen stammt und „Kummer“ bedeutet. Die kanarische Insel war bekannt für Bier, Fastfood und einen leuchtenden Sonnenbrand auf der Nase. Außerdem galt sie als eines der führenden Reiseziele in Europa, um zu günstigen Preisen ein wenig Wintersonne zu tanken. All das war zu Zeiten, als das Gebot „Masse statt Klasse“ herrschte und fast ausschließlich standardisierte Pauschalreisen angeboten wurden. Damals mietete kaum ein Urlauber ein Auto, um das wunderschöne Teneriffa mit dem Mietwagen zu erkunden. Schauen wir uns jedoch heute die Zahlen an, dann sieht es bereits ganz anders aus, denn inzwischen entscheiden sich mehr als die Hälfte der Inselbesucher für einen Mietwagen.

Simon Heptinstall ist ein herausragender Reise- und Gastronomieautor aus Wiltshire. Einst überredete er einen 2-Sterne-Michelin-Koch, ihm sein Gericht auf einem norwegischen Gletscher zuzubereiten. Erfahren Sie auf Twitter mehr über Simons Entdeckungen: https://twitter.com/sheptinstall

Banner-Bildnachweis: iStock.com/Khrizmo

Mittlerweile haben Urlauber erkannt, dass Teneriffa ein einzigartiges Reiseziel ist. Ein Tag am Strand ist mit dem Mietwagen genauso problemlos möglich wie eine Erkundungstour über die ganze Insel. Reichlich Sehenswertes gibt es ohnehin, denn ein beeindruckender Vulkan, üppig bewaldete Berge und elegant historische Kolonialstädte laden zu einem Ausflug ein.

Bucht von Teneriffa

Bildnachweis: iStock.com/AlexanderNikiforov

Zunächst aber ein wenig Geografie: Genau wie der Rest der Kanaren gehört Teneriffa zu Spanien. Allerdings liegt die Insel sehr weit südlich, sodass Westafrika nicht weit entfernt ist. Diese subtropische Lage ist es auch, die das ganze Jahr über verlässlich für Sonnenschein sorgt. Die Insel ist etwa 80 Kilometer breit und hat die Form eines Pylons, denn einer der größten Vulkane der Erde befindet sich direkt in ihrer Mitte. Mit guten 3700 Metern ist der Teide der höchste Berg Spaniens und sogar 800 Meter höher als die Zugspitze. Mit dem Teide in ihrer Mitte stellt die Kanareninsel eine wahre geografische Besonderheit dar, immerhin liegt der Vulkan nur eine kurze Fahrt vom Meer entfernt.

Teide – Der höchste Berg Spaniens

Der Teide ist Teneriffas absolutes Highlight – ein Naturwunder der Erde vor einer eindrucksvollen Vulkanlandschaft. Einen Besuch sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Parken Sie am Fuße des Berges und nehmen Sie die Seilbahn zum Gipfel. Denken Sie aber daran, dass es in der Höhe um einiges kälter ist – bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt machen Sie mit Strandkleidung eher keine gute Figur. Der Gipfel liegt so weit in der Höhe, dass Sie nach Luft schnappen werden… und zwar nicht nur wegen der fantastischen Aussicht.

Als massiver, bergiger Windschutz teilt der Vulkan die Insel. So ist sie im Norden wenig touristisch, das Wetter ist feuchter und kühler und die Vegetation üppiger. Der Süden hingegen ist trockener und wärmer, weshalb hier auch die meisten Pauschalhotels und Besucher anzutreffen sind.

Wenn Sie dort aber eine wenig anziehende Gegend erwarten, in der man gezwungen ist, mit Plastikbesteck fettige Schnellgerichte auf Papptellern zu essen, dann ist das weit gefehlt. Denn heute finden Sie im Süden reichlich glamouröse Fünf-Sterne-Hotels, luxuriöse Geschäfte und liebevoll angelegte Gärten und Promenaden. Auch die Gehwege sind schön und sauber und wurden mit Bäumen und traditionellen Mosaiken und Kacheln dekoriert. Als ich nach 10 Jahren nach Teneriffa zurückkehrte, traute ich meinen Augen kaum: Das Erste, was ich bei der Fahrt nach Las Americas sah, war eine elegante Ladenzeile, wo Armani und Cartier verkauft wurden.

Der Vulkan Teide auf Teneriffa

Bildnachweis:  iStock.com/AlumnadoMóduloITG

Teneriffa’s Norden

Schnell habe ich gemerkt, dass auf Teneriffa inzwischen Walbeobachtungstouren und Boots- sowie Ballonfahrten an der Tagesordnung stehen und in Restaurants „echtes kanarisches Essen“ angeboten wird.

Zwar ist es mit einem Mietwagen möglich, die ganze Insel in einem Tag zu umfahren, aber Teneriffas Sehenswürdigkeiten haben durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Einen unvergesslichen Tag können Sie zum Beispiel im hohen Norden verbringen, wo Sie die gewundenen Wege des spitz zulaufenden Anaga-Gebirges erkunden können und das Gefühl vermittelt bekommen, Sie wären unendlich weit von der touristischen Südküste entfernt. An den Hängen dieses riesigen Naturschutzgebietes werden Sie hübsche Fischer- und Bauerndörfer entdecken.

Die Hauptstadt Santa Cruz

Im Schatten der Anaga-Gipfel schmiegt sich auch die wenig besuchte Hauptstadt der Insel an das Gebirge. Das geschäftige Santa Cruz wirkt wie eine kleine Version von Barcelona, so findet man dort ein vielfältiges Nachtleben, die lange Prachtstraße „Ramblas“, jede Menge lebhafter Restaurants in Fußgängerzonen und ein stilvolles Freibad direkt am Wasser. Ebenfalls direkt am Meer befindet sich das beeindruckende Auditorium, das vor nicht allzu langer Zeit eröffnet wurde und nun erstklassige Konzerte ausrichtet. Charmant gepflasterte Seitengassen und Plätze, gesäumt von klassischer spanischer Kolonialarchitektur, wurden erst kürzlich wunderschön saniert. Mit seinen Museen, Galerien und großartigen Einkaufsmöglichkeiten ist Santa Cruz an sich schon eine Reise wert.

Gepflasterter Boden Teneriffa

Bildnachweis: iStock.com/MercedesRancañoOtero

Ein wohlbehütetes Geheimnis von Santa Cruz ist der Strand Playa de las Teresitas. Der goldene Sand für diesen knapp 5 Kilometer langen Strand wurde in den 70er Jahren aus der Sahara importiert, um den größten und besten Strand der Insel zu erschaffen. Obwohl Teresitas nur eine kurze Fahrt von der südlichen Touristenmeile entfernt ist, sind es doch vor allem die Einheimischen, die den Strand bevorzugt nutzen.

Die historische Stadt La Laguna

Gerne fahre ich auch durch die Bananenplantagen der historischen Stadt La Laguna, die aufgrund ihres antiken Stadtzentrums zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Mein Lieblingsort am Meer ist die hübsche, kleine Küstenstadt Garachico, die vor 300 Jahren von der Lava des Teide überflutet wurde. Seitdem ist sie buchstäblich aus der Asche auferstanden und geschäftstüchtige Bürger nutzten die Lava in ihrem Hafen, um kleine Schwimmbäder mit Meerwasser zu schaffen.

Bananenplantagen in der historischen Stadt La Laguna auf Teneriffa

Bildnachweis: iStock.com/vallefrias

Das neue Teneriffa

Das vielleicht beste Beispiel für das „neue“ Teneriffa ist der wunderschön angelegte „ethnografische Park“ in Guimar. Die geheimnisvolle Pyramidenansammlung wurde vom norwegischen Forschungsreisenden Thor Heyerdahl entdeckt. Er war davon überzeugt, dass gewisse Nordafrikaner vor Tausenden von Jahren auf ihrem Weg nach Lateinamerika eine sonnenanbetende Kultur in Booten aus Schilf auf die Kanaren brachten.

Der Park wurde nach dem Motto „Geld spielt keine Rolle“ mit geometrischen Steinterrassen, wunderschönen Gärten und eleganten Basaltgebäuden gebaut. Ohne Frage gehören die Pyramiden zu den seltenen Touristenattraktionen, die wirklich zum Nachdenken anregen. Auch bei mir war es so, denn nach meinem Besuch wurde ich den Gedanken nicht mehr los, wie sehr ich mich früher in Teneriffa geirrt hatte.

„Ethnografische Park“ in Guimar auf Teneriffa

Bildnachweis: iStock.com/lorenzobovi

 

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