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Im Kirschblütenfieber: Der ultimative Japan Road Trip

Thermalwasser, Tempel und Tee gehören genauso zu einer Japan Rundreise wie ein Picknick unter süßlich duftenden Kirschbäumen. Wer dabei vom Süden in den Norden fährt, hat besonders lange etwas von der bunten Blütenpracht und kann unterwegs alle japanischen Sehenswürdigkeiten erleben.

 Anita Arneitz treibt sich als freie Journalistin, Buchautorin und Reisebloggerin in der ganzen Welt herum. Japans entspannte Seite in der Natur hat sie vom ersten Tag an begeistert und zu Berichten auf ihrem Blog www.anitaaufreisen.at inspiriert.

Banner-Bildnachweis: iStock.com/Yok46233042

Japan Road Trip für Einsteiger und Naturliebhaber

Der erste Tag in Japan kann herrlich entspannt sein. Nach dem langen Flug plantschen die Füße erst einmal im heißen Thermalwasser, das frei zugänglich durch den Park auf der Vulkaninsel Sakurajima plätschert. Mit der Fähre ist es von der Stadt Kagoshima ein Katzensprung auf die Insel. Hier im Süden Japans sind wenige Touristen unterwegs. An manchen Tagen wandert man alleine den Lavatrail entlang.

Erholung unter dem Vulkan

Der Blick auf den Vulkan ist spektakulär, selbst wenn er manchmal eine Aschewolke an Land spukt. Durch diesen natürlichen Dünger schießt das Gemüse in die Höhe. Die Region ist für die riesigen Rettiche bekannt, die es in Essig eingelegt bereits zum Frühstück gibt. Die passen gut zum „shabu-shabu“. Das ist ein traditionelles Essen, bei dem Stücke vom schwarzen Schwein durch eine heiße Suppe geschwenkt werden. Alternativ ist frischer Fisch aus dem Meer zu empfehlen.

Gestärkt geht es in den Senganen-Garten, wo nicht nur die ersten Kirschblüten warten, sondern auch die japanische Gartenkunst näher gebracht wird. Spätestens jetzt ist die Liebe zu den japanischen Gärten entfacht, in denen jeder Stein eine Geschichte erzählt und jeder Schritt zum Nachdenken anregt.

Kagoshima Sakurajima Vulkan

Bildnachweis: Anita Arneitz

Like a local: Top-Mitbringsel von einer Japan Rundreise

Jede Stadt hat in Japan ihr eigenes Maskottchen und ihre eigenen süßen Spezialitäten, die den Zuhausegebliebenen als Zeichen der Wertschätzung mitgebracht werden. Dauernaschen ist erlaubt. Schließlich braucht es eine Weile, bis die richtige Sorte an Minikuchen oder Reistäschchen gefunden ist. Ähnlich ist es mit den Maskottchen – sie gelten als Glücksbringer und sehen wahnsinnig knuffig aus.

Faszination Kirschblüte in Japan

Auf dem Weg nach Hiroshima lohnt sich ein Stopp in Kumamoto. Unter der Festung treffen sich alle zur japanischen Kirschblüte und sitzen Foto knipsend mit dem Smartphone auf der Decke in der Sonne. Das Ganze wird „Hanami“ genannt, was so viel bedeutet wie „Blüten betrachten“. Inzwischen ist das Betrachten der japanischen Kirschblüten zum richtigen Volkssport mutiert. Von Mitte März bis Anfang April wird jede freie Minute mit großer Freude unter den zarten Blüten verbracht. Zuerst beginnt das Spektakel der Kirschblüte in Japan im Süden des Landes, dann wandert die Blütenpracht weiter bis in den Norden nach Tokio. Deshalb eignet sich ein Japan Road Trip vom Süden in den Norden zu dieser Zeit besonders gut. Bei jeder Etappe kann das japanische Kirschblütenfest vor einer anderen Kulisse erlebt werden.

Ausflug zur Schreininsel: Kleinod im Wasser

Ein Ausflug zur Schreininsel Miyajima darf beim Japan Road Trip nicht fehlen. Der japanische Tempel und das Torii im Wasser zählen zu den Schönsten im Land. Mit ein bisschen Glück kann man sogar einer japanische Hochzeitszeremonie beiwohnen. Die Musik ist allerdings für europäische Ohren etwas gewöhnungsbedürftig. Ruhiger ist es da schon am Wasser. Im Frühjahr lässt es sich beim Ufer herrlich unter den blühenden Bäumen entlang schlendern. Aber aufpassen bei den Rehen – diese können ganz schön frech sein und stibitzen einem die Süßigkeiten. Präventiv kann man zu etwas Fischigem greifen. Die Spezialität der Insel, die gegrillten Austern, mögen sie nicht so wie die süßen Kuchen.

Miyajima Torii

Bildnachweis: Anita Arneitz

Japanisches Kirschblütenfest in Hiroshima

Bis jetzt haben Natur und Kultur den Japan Road Trip geprägt. Es wird also höchste Zeit für erste Großstadt – Hiroshima. An lauen Abenden wird am Fluss entlang flaniert oder durch die kilometerlangen, schrill blinkenden Einkaufspassagen gebummelt. Im Friedenspark mit Museum und bei den Ruinen des Atombomben-Doms erfahren Besucher mehr über die traurige Geschichte der Stadt. Eines wird dabei klar: Japaner hadern nicht lange mit ihrem Schicksal. Sie gedenken ihrer Verstorbenen und richten den Blick dann nach vorne in die Zukunft. Das ist in der jungen, lebendigen Stadt an vielen Ecken zu spüren. Weiter geht es in die nächste große Stadt, bevor der Wind die Blüten hinaus in die Welt trägt.

Kyoto Sehenswürdigkeiten – mit japanischer Kultur auf Tuchfühlung

Kyoto überwältigt. Mit seiner Größe und mit seiner Vielfältigkeit. Die Stadt ist in viele unterschiedliche Viertel unterteilt. Es gibt die modernen Ecken mit Wolkenkratzern, Einkaufszentren und Leuchtplakaten. Ein Höhepunkt ist der neue Bahnhof. Architektonisch spielt er alle Stücke – Vogelgezwitscher und Entspannungsterrasse am Dach, Entertainment-Rolltreppen, Skywalk, Aussichtsplattformen, Shopping- und Restaurantmeilen. Hier wird gerne gewartet. Denn langweilig wird es nie. Man braucht schon ein paar Stunden, bis man alles entdeckt hat.

Kyoto Sehenswürdigkeiten – ja, der Bahnhof zählt auf alle Fälle dazu. Doch in Kyoto gibt es auch noch das alte, klassische Japan mit verträumten, engen Gässchen und putzigen Holzhäuschen. Junge Japanerinnen verkleiden sich für einen Tag liebend gerne als Geisha und posieren auf der Straße. Wer eine echte Geisha sehen will, muss am Abend nach Gion. Dann huschen sie anmutig zu den Vorstellungen, die Einblick in die japanische Kultur geben.

Japanisches Kirschblütenfest in Kyoto

Der beste Ort, um die japanische Kirschblüte zu erleben, ist der goldene und der silberne Tempel, inmitten einer großen Parkanlage. Der goldene Tempel ist komplett aus Gold und überstrahlt bei Sonnenschein alles. Der silberne Tempel ist eigentlich aus Holz, von ihm haben Besucher einen wunderbaren Blick auf die Stadt und können unter einem Wald von Blüten spazieren. Der Höhepunkt des Japan Road Trips ist Tokio.

Japanisches Kirschblütenfest in Kyoto

Bildnachweis: iStock.com/SeanPavonePhoto

Tokio Sehenswürdigkeiten – Kontrastprogramm für die Sinne

Ein Besuch reicht für Tokios Sehenswürdigkeiten einfach nicht aus. Die Dreizehnmillionenmetropole hat so viel zu bieten, dass man unweigerlich eine Auswahl treffen muss. Das erste Mal beim Japan Road Trip drängt sich das Gefühl in den Vordergrund, auf etwas verzichten zu müssen. Jedes Viertel ist eine eigene Welt für sich. Die Tempel in Asakusa, Menschenmassen in Shibuya, hippe Junge in Harajuku, Ruhe und Grün in Shinjuku, Hightech in Akihabara oder Luxus in Shiodome, bei Tag und bei Nacht gibt es etwas zu entdecken. Wer keine Lust auf das Fahren mit der U-Bahn hat, kann sich ein Rad ausborgen.

Japanisches Kirchblütenfest in Tokio

Legendär ist das Kirschblütenfest im Ueno-Park. In der Nähe von Zoo und dem Tokio Nationalmuseum. Die Alleen des Parks verwandeln sich im Frühling zu weißen und rosaroten Bögen aus Blüten. Jeder pilgert mit einer Picknickdecke unter dem Arm zum Park und sucht sich ein freies Plätzchen. Straßenkünstler singen und tanzen durch die Menge, die lacht und immer wieder nach oben blickt. Es herrscht eine fröhliche Stimmung inmitten der Wolkenkratzer. Hanami ist ein Fest der Familie und der Freunde. Davon lässt man sich am Ende des Japan Road Trips mitreißen. Schließlich präsentiert sich Tokio nur für ein paar Wochen im Jahr im wild romantischen Pastellkleid der Kirschblüten.

Kirschblütenfest im Ueno-Park in Tokio

Bildnachweis: iStock.com/Ghettog76

 

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