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Biergarten München

München: Die pure (Bier)-Gartenlust

Ein Bier trinken gehen und das Essen selbst mitbringen? Das geht nur in Bayern und Münchens Biergärten sind dafür sozusagen die Zentrale. Mehr noch: Die Stadt an der Isar ist mit Sicherheit die Welthauptstadt des Gerstensaftes. Dem Bierkenner läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn er solche Marken hört wie Augustiner Bräu, Spaten-Franziskaner-Bräu, Hacker-Pschorr, Paulaner, Hofbräu oder Löwenbräu.

Von April bis Oktober ist Saison für die Biergärten und die hartgesottenen sitzen sogar im Sprühregen vor Ihrer Maß. Aber wenn der Himmel über München weiß-blau leuchtet, dann geht es am fröhlichsten zu in den Biergärten in München. Die nennt der Einheimische auch „mein Wohnzimmer im Freien“. Der Tourist darf sich gerne dazu gesellen – die Münchner sind weltoffen. Wer seine Speisen lieber im Biergarten erstehen will, was den Wirt erfreut, der kann Radi, Brezn und Obatzten (pikante Käse-Zubereitung) an der Selbstbedienungstheke im Biergarten kaufen.

Thomas Grether hat seine journalistische Ausbildung in München genossen und danach dort für den Bayerischen Rundfunk gearbeitet. Deswegen kennt er die Stadt wie seine Westentasche. 

Banner-Bildnachweis: iStock.com/totalpics

Durch den Englischen Garten mit dem Radl

Jedes Restaurant in München, das ein wenig Freifläche ums Haus hat, stellt bei schönem Wetter die Tische raus. Zu zweit in Bayerns Landeshauptstadt der Liebe wegen und der Leidenschaft? Dann sind die romantischen Restaurants ein Geheimtipp, auch bei kühlerem Wetter. Dort gibt es coole Drinks, elegante Weine und natürlich Bier. Denn ein feines Helles oder ein leckeres Weißbier passt auch zum servierten Mehrgang-Menü. Bier-Metropole – ja auch Garten-Metropole ist die Stadt. Denn wer nicht einkehren will, der spaziert, walkt, joggt oder radelt durch den Englischen Garten: Er ist, vergleichbar dem Central Park in New York, einer der größten Stadtparks der Welt. Mit seinen Bächen, Seen, Wiesen und Biergärten ist der Englische Garten ideal, um die Seele baumeln zu lassen. Noch besteht er aus zwei Teilen: Durch den Isarring wird er in einen südlichen und einen nördlichen Teil getrennt. Im Jahr 2022 wird wahrscheinlich Baubeginn sein für einen Tunnel, der eine Wiedervereinigung schaffen soll.

Wer sich den gesamten Englischen Garten erschließen möchte, dem sei geraten, das mit dem Fahrrad zu bewerkstelligen. Für etwa 20 Euro am Tag gibt es einen Drahtesel zu mieten, den die Münchner liebevoll Radl nennen. Damit lassen sich dann leicht die Biergärten im Englischen Garten besuchen.

München Silhouette Englischer Garten

Bildnachweis: Presseamt der Stadt München

Biergarten im Englischen Garten

Der am Chinesischen Turm ist der mit dem größten Touristenanteil, weil dieser so gut erreichbar ist. Der Chinaturm ist auch der Markanteste, weil ihn eine 25 Meter hohe Pagode aus Holz ziert. Nicht weit weg ist das elegante Seehaus direkt am See, in dem Karpfen nach Luft schnappen und auf dem es sich prima eine kleine Bootstour erleben lässt. Auch auf Schusters Rappen lassen sich die Gärten Münchens leicht erlaufen. Wer das erste Mal in der Isar-Metropole weilt, verschafft sich mittels „Hop-On, Hop-Off Bussen“ einen guten Überblick. (Tipp: Die große 48-Stunden-Tour buchen und das vorher online mit Rabatt.)

Englischer Garten in München - Erholung, Freizeit, Entspannung

Bildnachweis: Presseamt der Stadt München

Kleiner und übersichtlicher als der China-Garten ist die Hirschau – inmitten der üppigen grünen Gartenlust des Englischen Gartens unweit des Kleinhesseloher Sees. Im Nordteil ist der Aumeister eine perfekte Anlaufstelle für alle, die eine kleine Radtour durch den Englischen Garten planen. Der Spielplatz zieht Familien an, aber viele Studenten lassen sich hier nach einem gemütlichen Nachmittag an der Isar nieder. Der Aumeister gilt außerdem auch als der Fußball-Biergarten. Werden Spiele im TV übertragen, dann ist hier Stimmung.

Augustiner-Biergarten

Wer ist schönster Biergarten Münchens? Darüber diskutieren die Einwohner jedes Jahr leidenschaftlich. Die Antwort: Es kommt darauf an. Mitten in der City unweit des Hauptbahnhofs und am Fuß des Bayerischen Rundfunks – Hörfunk liegt der Augustiner-Biergarten in der Arnulfstraße. Er ist der älteste Biergarten Münchens und zählt mit 5000 Plätzen unter mehr als 100 Kastanien ebenfalls zu den größten. Erstmals erwähnt wurde der Biergarten schon im Münchner Stadtplan von 1812. Er ist ein Urtyp, seine Tradition sieht der Besucher: der Keller, die Kastanien, die Stammtische mit den Namensschildern, die vergitterten Maßkrug-Schließfächer, die bis heute wie Familienerbstücke vom Vater auf den Sohn übertragen werden. Einfach sagenhaft.

Biergarten München

Bildnachweis: iStock.com/Lightstar59

Königlicher Hirschgarten

Noch größer, aber nicht minder attraktiv ist der Hirschgarten. Er fasst rund 8 000 Besucher und ist der Biergarten des Königlichen Hirschgartens am Rande des Erholungsparks im Stadtteil Nymphenburg. Die Anlage ist der größte Open-Air-Ausschank Europas. Dieser Biergarten, am Jagdsitz der Wittelsbacher aus dem Jahr 1791, besticht durch seine idyllische Lage mit dem angrenzenden Park und seinem Wild-Gehege – der Hirschgarten ist ein beliebtes Ziel für Ausflüge.

Viktualienmarkt

Zum München-Besuch gehört unbedingt ein Besuch des Viktualienmarkts. Zahlreiche Metzger bieten Leberkässemmel. Wer es mag, der geht zum Pferdemetzger und isst eine warme Wurst. In der Mitte des berühmten Viktualienmarkts in Nähe des Marienplatzes liegt seit 1970 ein kleiner und gemütlicher Biergarten. Hier kommen Touristen wie Einheimische zusammen. Allerdings ist es bei gutem Wetter schwer, einen Sitzplatz zu ergattern.

Viktualenmarkt München

Bildnachweis: Presseamt der Stadt München

Biergarten Pasing

Einmalig ist die Lage des Prinzregent-Gartens, der auch Biergarten Pasing genannt wird. Der Stadtteil Pasing, früher einmal Vorort von München, ist dicht besiedelt. Hier herrscht eine sehr lebendige Mischung aus alten Vorstadtvillen, großen Wohnanlagen und viel besuchten Geschäftsstraßen. Wer die aufgeschlossenen Neu-Münchner kennenlernen will, die hier vor allem wohnen, ist hier richtig. Ebenso etwa entfernt von der City liegt der Biergarten von Garching, der auch Biergarten Mühlenpark genannt wird. Er ist besonders günstig und deswegen gerne von Familien frequentiert, die eine Radtour hierher unternehmen.

Oktoberfest – Dirndl, Lederhosen und Damenwiesn

Ein riesiger temporärer Biergarten – so könnte man die Theresienwiese und das weltberühmte Oktoberfest hier nennen. Das größte Volksfest der Welt zieht Jahr für Jahr mehr als sechs Millionen Menschen an. Während der zwei Wochen werden hier eine Milliarde Euro Umsatz gemacht.

Gesehen und gesehen werden: die meist auch prominenten Ladies kommen gerne zu dem Benefiz-Spektakel mit fröhlichem Geschunkle. Schon gut eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn ist vor dem Zelt ordentlich was los. Ein Schaulaufen – die Managerinnen und Millionärsgattinnen drehten sich in ihren feschen Designer-Dirndln für die Fotografen, bestaunt und beklatscht von zahlreichen Schaulustigen. Hier wird spätestens klar, warum die Italiener und Spanier die weiß-blaue Hauptstadt auch Monaco di Bavaria (Bayerisches Monaco) nennen. Mondän, schick, sicherlich die südländischste Großstadt Deutschlands.

Überhaupt: Zur Wiesn, wie das Oktoberfest bayrisch genannt wird, tragen immer mehr Frauen ein Dirndl, die Jungs eine Lederhose, die klassische alpenländische Tracht. Auch die ganz jungen. Die richtige weiße Dirndlbluse gehört wie der Rock und die Schürze zur traditionellen Tracht. In München verkaufen zahlreiche Läden auch während der Wiesn Last-Minute-Dirndl. Echte Kennerinnen und Münchnerinnen kann man an der Rocklänge erkennen: Sie tragen nie zu kurz – das machen nur Touristinnen.

Oktoberfest bei Nacht

Bildnachweis: Presseamt der Stadt München

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