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Am Nerv der Zeit: Zwei Jahre Formel E

Strom statt Benzin und anstelle der klassischen Rundstrecke ein Parcours mitten durch die Großstadt: Als die Formel E-Meisterschaft ihre Debütsaison 2014 in Peking startete, wurde sie von der Motorsportwelt noch belächelt.

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Formula E in Beijing

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Heute, nach Abschluss der zweiten Saison, hat sich das Blatt gewendet. Denn die leise, CO2-freie Elektromobilität ist Megatrend geworden. Sie markiert den Beginn einer ganz neuen Ära nachhaltiger Mobilität – und eines modernen, ressourcenschonenden Lebensstils. Die Formel E, die junge Motorsportserie für Formelwagen mit Elektromotor, bringt den Coolnessfaktor ins Thema E-Mobility. Und sie zeigt der breiten Öffentlichkeit, was Elektromotoren so alles können.

Mahindra Avis Rennauto

 

Cool in Szene gesetzt

Dazu bringt die Formel E die im wahrsten Wortsinn elektrisierende Meisterschaft mitten in die schillernden Metropolen der Welt, direkt zu den Fans – und ist damit zum Publikumsmagneten für Rennsportbegeisterte weltweit geworden. Der „Fan Boost“ als interaktives Tool sorgt für zusätzliche Spannung: Via Social Media stimmen die Fans für ihren Lieblingsfahrer ab. Die drei Gewinner erhalten im Rennen für fünf Sekunden 30KW mehr Leistung. Das trifft den Zeitgeist und schafft Spaß, Spannung und Emotionen – ganz ohne dröhnende Motoren und Abgasschwaden.

Für  Hochspannung sorgt auch das Programm: Jeder ePrix findet mit Training, Qualifying und Rennen an nur einem einzigen Tag statt. Und auch das verschafft der Formel E Aufmerksamkeit: Unter den Teambesitzern sind schillernde Namen wie Virgin-Mogul Richard Branson, Leonardo di Caprio und der vierfache Formel 1-Champion Alain Proust.

Entwicklern und Herstellern gilt der Wettkampf schließlich auch als Teststrecke. Den Wettbewerb suchen, an die Grenzen gehen, Plattform für aktuelle Entwicklungsaktivitäten sein – das schafft auch die Basis dafür, die Elektromobilität voranzubringen.

Kleiner grüner Bruder der Formel 1

Optisch sind sie nicht weniger schnittig, als die Sprinter der Formel 1. Ihr Innenleben mit Elektroantrieb ist es, was die Sportwagen der Formel E so besonders macht. Das Fehlen fossiler Brennstoffe bedeutet dabei keineswegs weniger Power: Bis zu 270 PS katapultieren die Rennwagen in blitzschnellen 2,8 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer bis zu einer Spitzengeschwindigkeit von 225 Kilometer pro Stunde.

Avis Sposor Mahindra

 

Startaufstellung ist mitten im Herzen der Städte: Die engen Stadtkurse bedeuten eine Herausforderung für die Fahrer, ebenso wie der optimale Umgang mit der Batterieleistung ihrer Fahrzeuge. Und auch die Soundkulisse ist so ganz anders, als beim großen Bruder: Mit 80 Dezibel hört man nicht mehr Lärm, als von einem Rasenmäher.

Rennstars unter Strom

Die Formel E ist aber nicht mehr nur Showcase für eine revolutionäre Technologie. Sie ist auch zum Podium großartiger Rennfahrer-Persönlichkeiten geworden. Viele unter ihnen haben langjährige Formel 1-Erfahrung, darunter Nick Heidfeld, Jarno Trulli und Nelson Piquet. Bruno Senna, der mit Nick Heidfeld für das indische Team Mahindra Racing fährt, ist Neffe von Ayrton Senna, dem dreimaligen Weltmeister in der Formel 1. Das von Avis gesponserte Formel E-Team Mahindra Racing setzt den emissionsfreien Rennwagen M1 Electro ein, dessen Batterien 200 kW (rund 270 PS) produzieren.

nick-heidfeld-- mahindra Avis Sponsor

Was Formel E für Senna bedeutet?  „Die Zukunft des Motorsports, eine ganz neue Art des Fahrens. Eine sehr komplexe Technologie mit großem Potenzial“.  Das Besondere für Senna dabei: „Man hat das sofortige Drehmoment des Elektromotors und ein Auto, das vorne leicht und hinten schwer ist. Die Fahrdynamik ist ganz anders. In der Formel E kann man ganz nah hinter dem Vordermann fahren. Das macht das Rennen so spannend und fordert höchste Konzentration auf das Auto hinter dir, besonders bei hohem Tempo.“

Rückschau: Die zweite Saison

Zehn Rennen in Großstädten auf vier Kontinenten: Das war die zweite Saison der Formel E. Im letzten Oktober startete die Rennserie in Peking. Von dort ging es über Malaysia, Süd- und Nordamerika nach Europa. Hier gab Frankreichs Hauptstadt im schicken 7. Pariser Arrondissement ihr Debüt im Rennkalender.

London - Innenstadt

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In Deutschland rasten die Elektroboliden im Mai auf besonders spannender Strecke über die Berliner Karl-Marx-Allee. In einem extrem aufregenden Rennen sicherte sich der Schweizer Sebastien Buemi den Sieg. Der deutsche Formel E-Fahrer Daniel Abt erreichte den zweiten, Lucas die Grassi in einer aufregenden Aufholjagd den dritten Platz. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld vom Team Mahindra kämpfte sich auf dem engen Stadtkurs auf einen rasanten siebten Platz. „Ein Rennen in Deutschland ist immer etwas ganz Besonderes. Die deutschen Fans geben dir einen emotionalen Extra-Schub“, so Heidfeld.

Titelfight in London

Der Showdown ihrer zweiten Saison feierte die Formel E am ersten Juliwochenende im Battersea Park direkt an der Themse und mitten im Herzen von London. Die Fans sahen ein furioses Finale um den ersten Titel der Formel E und einen Thriller um den Titelkampf.

Nach einem spektakulären Start-Crash mit dem punktgleichen Titelrivalen Lucas di Grassi sicherte sich der Schweizer Sebastien Buemi die schnellste Rennroute und behauptete sich damit im dramatischen Saison-Finale als Formel E-Weltmeister. Nicolas Prost gewann den London ePrix vor Daniel Abt und Jerome D’Ambrosio. Auf Platz vier kam Loic Duval, gefolgt von Stephane Sarrazin und Bruno Senna.

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen

Der Countdown läuft: Bereits im Oktober wird die Formel E in Hongkong in ihre dritte Saison starten. Hersteller, Teams, Sponsoren und Städte signalisieren ihr Interesse für die junge Rennserie. Jaguar hat seine Teilnahme an der Meisterschaft 2016/17 angekündigt. Berlin wird voraussichtlich auch wieder Gastgeber sein. Und wer weiß: Vielleicht wird die Formel E Meisterschaft des Internationalen Automobilverbands (FIA) künftig auf allen fünf Kontinenten fahren.

Auch die Technik schaut in die Zukunft: Schon in der nächsten Formel E-Saison wird im Rahmenprogramm mit dem futuristischen Roborace Rennfahrzeug eine fahrerlose Meisterschaft ausgetragen werden. Und auch ein virtuelles Meisterschafts-Event in Las Vegas, bei dem Fahrer virtuell gegen Fans antreten, ist in Planung.

Formula E in Las Vegas

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