:great-adventure:new-york-food
3338
Donuts - New York

Kulinarische Insider Tipps für New York

In New York gibt es einfach alles und das gilt auch für das Essen. So viele Menschen aus allen Herren Länder leben in dieser Stadt und so mancher verwirklicht sein Stück Heimat am Herd, unbekannte Gerichte sind sicherlich eine der schönsten Arten des Kennenlernens.

Dagmar Kluthe lebt in München und London, reist seit mehr als 20 Jahre durch die Welt, veröffentlicht in VOGUE Deutschland, regionalen Zeitungen und hat zahlreiche Bücher geschrieben. Das neueste Kind ist der eigene Blog www.fourtyforever.com mit jenen Schmankerln, die in den Geschichten keinen Platz finden.

Banner-Bildnachweis: iStock.com/savoilic

Ein kulinarischer Fahrplan wäre wohl nötig für New York und da hätte man alleine mit Manhattan etliche Monate zu tun. Aber nur keinen Stress, neugierig sein und sich verführen lassen. Alleine der Morgen kann schwierig beginnen, ein entspanntes Frühstück passt kaum in den Rhythmus der Stadt. Schon ab sechs Uhr strömen Abertausende Pendler in die Stadt, hasten in den nächsten Deli, stellen sich in die Schlange für Kaffee, etwas Obst oder ein Müsli, granola genannt. Zeit ist Geld und so donnert „Next!“ oder „stay or take away“ über den Tresen. In der nächsten Sekunde ist die Kreditkarte durchgezogen, keine Unterschrift und bitte geh!

Immer mit der Ruhe

Nur der Besucher leistet sich das Kontrastprogramm, wie im Ambiente von Mutters Küche eines „Pain Quotidien“ einen Toast mit  frischer Avocado, Chia Samen, Olivenöl und Zitrone ($ 11.95) bestellen und die vorbei hastenden New Yorker zu betrachten. Das ist Byrant Park an 70W/4th Av. ein guter Ort, denn rund um das Grün gibt es nur Büros. Übrigens, die Ursprünge von Pain Quotidien liegen in Brüssel, seit 1997 lässt Alain Coumont seine Ideen von Brot in New York realisieren.

Advocado Brot - Gesund Essen

Bildnachweis: iStock.com/jenifoto

Die Renaissance von Filterkaffee

Lange Zeit galt die Westküste der USA das Zentrum der Kaffeetrinker und ist auch die Heimat des global player Starbucks, aber New York hat die Führung zurückerobert. Der Trend verlangt nun frisch gebrühten Kaffee wie zu Omas Zeiten und Röster wie Blue Bottle Coffee aus Oakland sind zum Schrecken von Starbucks geworden. Vorbei die Zeiten des Pappbechers mit Vornamen, doch Geduld ist gefragt, bis das Wasser durch die eleganten Glasfilter gelaufen ist. Gut gefallen haben mir Kaffee und Atmosphäre im Coffeeshop von Met Breuer, einer  Dependance des Metropolitan Museums of Art in der Madison Av, 78th und in der charmanten Retro – Bar des Highline Hotel in Chelsea (180, 10th Ave). Danach bietet sich dort ein Bummel durch den Highline Park an, denn nachmittags wird es auf dem schmalen Gehweg immer richtig voll.

 

Filter Kaffee - New YorkBildnachweis: iStock.com/TeerawatWinyarat

Chelsea Market – Die Qual der Wahl

Es naht das Mittagessen und wer im Trendviertel des Meatpacking District bleiben will, kann auf Chelsea Market nicht verzichten. Hier  könnte man einen ganzen Tag verbringen, denn ganz im Stil von New York gibt hier alles, was sich ein Gaumen nur wünschen kann. Mein Ziel war die riesige Fischhalle, in einer Ecke liegt der Geruch von Bouillabaisse, mein Blick fällt auf Dutzende verschiedener Arten von Austern. Doch ich entscheide mich für die Sushis, sie sind leichter zu essen in dem Gedränge rund um den Tresen. Schon immer hatte dieser Ort mit Essen zu tun, noch bis 1980 haben hier die Güterzüge der High Line Bahn gehalten, um Fleisch und Geflügel in die Fabriken des Meatpacking District zu liefern. Vor 15 Jahren geöffnet, ist Chelsea Market eine Erfolgsgeschichte geworden, noch befeuert von der Attraktion des nahen High Line Parks.

High Line New York

Bildnachweis: iStock.com/sangaku

New York ohne Food Carts?

Aber die Szene rund um den Lunch wird von den Food Carts bestimmt und New York ist das Mekka der Imbisswagen. Auch ohne Uhrzeit wüsste man, wann die Mittagszeit beginnt, denn die Leute sammeln sich vor den originell aufgemachten Essensständen. Für mich „the place to be“ in Midtown ist „Shake Shack“ an der südöstlichen Ecke von Madison Square Park. Begonnen hat es mit einen kleinen food cart anlässlich einer Kunstausstellung und nach kurzer Zeit ist ein food kiosk daraus geworden.

Um elf Uhr morgens werden die Läden hochgezogen, noch schlendern etliche Kaffeetrinker vorbei, aber dann strömen die Hungrigen herbei, alle warten geduldig auf die legendären Hamburger (ab 5 $). Das nächste Topic ist, mit dem Hamburger einen Platz auf einer Gartenbank zu ergattern, am besten mit Blick auf das Flatiron Building, einer Ikone der frühen Hochhausarchitektur. Dann ist es wie eine kleine Auszeit, selbst im April mit seinem herzhaft kühlen Wind lassen sich die New Yorker nicht abschrecken. Ein Strahl Sonne und alle Plätze sind besetzt.

Food Trucks - New York

Bildnachweis: NYC & Company/Malcolm Brown

Zum Lower East Side

Wer lieber süss statt herzhaft isst, sollte sich bei „meltbakery“ anstellen. Wer kann schon einem Sandwich aus Chocolate Chip Walnut, gefüllt mit Vanille Eiscreme wiederstehen? Gegründet  2012 von Patissier Julian liegt der Ursprung in der 132 Orchard St. und der Ausflug in den Dunstkreis von Houston Street lohnt sich ohnehin. Dort liegt auch Katz’s, (205 E Houston Street) einer der ältesten Flaggschiffe eines jüdischen Deli und ein wahrer kulinarischer New Yorker Insider Tipp. Seit 1888 sind die Sandwiches mit Pastrami oder corned beef bis heute unübertroffen, in Qualität und Größe. Zur Rush hour ist der ganze Deli ein einziger Hexenkessel , aber irgendwie bekommt jeder seine Bestellung. Außer man verliert sein Ticket in dem Gedränge. Natürlich hat die unvergessliche Szene aus dem Film „Harry met Sally“ von 1989 noch zusätzliche Gäste gebracht. Eine hinreißende Meg Ryan spielt ihrem Partner Billy Crystal einen Orgasmus vor. So mancher erlaubt sich auch heute noch diesen Spaß.

Pastrami Sandwich - New YorkBildnachweis: iStock.com/robert lerich

Das Abendessen beginnt früh

Manhattan ist viel zu teuer, um dort zu wohnen und daher beginnen die Geschäftsessen schon gegen 6 Uhr. Einer der aktuellen Treffpunkte sind Bar und Restaurant in The Edition Hotel an 5 Madison Ave, gegen sechs Uhr geht es zu wie in einem Taubenschlag. In der Bar kein Platz mehr zu finden und wer im Restaurant nicht reserviert hat: „sorry we are fully booked“  Im ersten Stock liegt The Clocktower, sehr englisch dezent mit dunkelblauen Sesseln, die Wände gepflastert mit Prominentenfotos. Das Menü stammt vom Londoner Sternekoch Jason Atherton, allein die Vorspeise aus mariniertem Thunfisch mit Gurkenscheiben waren ein Traum. Aber bei den Gourmetfreaks der Stadt werden seine Steaks und die Fritten über den Klee gelobt. Das kann nur New York.

Anderen gefällt auch das