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Colorful houses of Oporto, Portugal

Der Weg ist das Ziel – eine Portugal Rundreise mit dem Mietwagen

Portugal, dieses überschaubare und lange Zeit vernachlässigte Anhängsel im Westen Spaniens, hat sich zu Recht in den letzten Jahren als Senkrechtstarter der Tourismusbranche einen Namen gemacht. Portugal bietet so vieles. Geschichte, hervorragendes Essen und idyllische Landschaften sind nur der Anfang. Mittelalterliche Burgen stehen auf rauen Klippen, betörende Städte mischen Antike mit Moderne. Und Portugal bedeutet auch schwermütiger Fado, grandiose Meeresfrüchte, Sonne satt. Dann erst diese Strände … Freilich wäre es jammerschade, den verströmenden Charme des Landes zu ignorieren und seinen Jahresurlaub im All-inclusive-Hotel abzusitzen.

Eva Grossert ist Reisebloggerin und freiberufliche Journalistin. Die Welt ist ihre Schatzkammer. Unermüdlich ist sie unterwegs, schürft nach Diamanten und sucht versteckte Juwelen. Ihre Entdeckungen und „Hidden Gems“ präsentiert sie auf ihrem gleichnamigen Reiseblog HIDDEN GEM und erzählt mit einem Augenzwinkern, Geschichten von kleinen Abenteuern und besonderen Begegnungen.

Banner-Bildnachweis: iStock.com/Arseniy Rogov

Freiheit auf vier Rädern – Portugal Rundreise im Mietwagen

Eine Portugal Rundreise mit dem Mietwagen drängt sich nahezu auf. Ganz individuell und völlig unabhängig im Leihwagen. Denn was gibt es Schöneres, als in den Tag hineinzuleben und die Freiheit auf vier Rädern zu genießen? Das Land ist überschaubar, die Wege nicht allzu weit und zu sehen gibt es eine Menge.

Bin ich vor gut 20 Jahren noch auf holprigen Pisten, vorbei an Eselskarren zu den besten Surfspots getingelt, führen heute eine moderne Autobahn und bestens ausgebaute Straßen durch das gesamte Land. Für Stau scheinen die Portugiesen keinen Begriff zu haben, denn den gibt’s dort nur zur Rushhour rund um Lissabon und im Hochsommer an der Algarve im Kampf um den besten Liegeplatz am Strand. Völlig überflüssig. Die mehr als 1500 km lange Küstenlinie Portugals erfüllt noch jedermanns Wünsche: sonnige Strände jeder Art, einsame Buchten, Partyhochburgen und abgelegene windumtoste Küsten, die zu ausgedehnten Spaziergängen einladen.

The beautiful Camilo Beach in Lagos, Portugal, with its magnificent cliffs and the blue ocean colorfully lit at sunrise

Bildnachweis: iStock.com/Smileus

Es lohnt sich immer, die Hauptstraßen zu verlassen. An Portugals Nebenstraßen liegen schläfrige Dörfer, locken Obststände am Straßenrand und Schleichwege führen zu versteckten Juwelen und den abgelegensten Stränden.

Portugal Rundreise – diese Highlights dürfen nicht fehlen

Die Routen und Möglichkeiten sind schier endlos und unterliegen individuellen Interessen. Eine großartige Portugal Rundreise, vorbei an den Highlights des Landes, führt von der quirligen Hauptstadt Lissabon zu den sonnenverwöhnten Stränden der Algarve und in den Norden bis ins eindrucksvolle Porto am Douro. Unterwegs warten Unesco-Welterbestätten, mittelalterliche Städtchen und die ganze Vielfalt der kulinarischen Genüsse des Landes. Zwei Urlaubswochen sollte man dafür allerdings schon an Zeit einplanen.

Rund um Lissabon

Die Reise startet in Lissabon, um die malerischen Viertel und die Fado-Tavernen zu erkunden. Ein Muss ist auch die Fahrt mit der historischen Straßenbahn, der Aufstieg zur Burg und den Aussichtspunkten. Lissabons Umland lädt zu Ausflügen ein. Das märchenhafte Sintra sollte unbedingt auf dem Programm stehen. Es liegt so idyllisch von Wäldern und Schlössern umgeben.

Pena National Palace in Sintra, Portugal (Palacio Nacional da Pena)

Bildnachweis: iStock.com/vwalakte

Auf in Portugals Süden

Évora ist im Sommer ein wahrer Hexenkessel. Das Thermometer steigt unablässig. Dennoch sollte man der Stadt einen Besuch abstatten. Jedes Zeitalter hat in Évora seine Spuren hinterlassen. Heute steht es als nationales Kulturerbe unter staatlichem Schutz. Auch den Megalithen rund um Évora steht man sprachlos gegenüber. Woher kommen sie, was haben sie zu bedeuten? Sie werfen Fragen auf und geben in unserer rationalen Welt kaum Antworten, was genau ihren Reiz ausmacht.

Weiter im Süden wartet Tavira, eines der schönsten Städtchen der Algarve auf Entdecker. Hier hat der Mietwagen seine erste wohlverdiente Pause. Mit der Fähre setzt man auf die autofreie Ilha de Tavira über, um die Seele baumeln zu lassen. Diese Insel mit kilometerlangen Goldstränden ist ein Eldorado für Sonnenanbeter, Strandläufer und Naturfreunde, droht jedoch im Juli und August aus allen Nähten zu platzen.

Ist der Entspannungsmodus erst einmal aktiviert, bietet es sich an, die reizvollen Strände rund um Lagos an der Algarve auszukundschaften. Batata, Donna Ana und Camilo im Süden der Stadt sind wahre Augenweiden. Die Algarve hat generell eine sehr abwechslungsreiche Küste. Es gibt Sandinseln, die nur mit Booten erreichbar sind, Abschnitte mit steilen Klippen, einsame Buchten aber auch belebte Strände mit quirligem Nachtleben. Wer in der Nebensaison seine Portugal Rundreise plant, genießt großzügige Platzwahl.

catedral Evora, Portugal

 Bildnachweis: iStock.com/mmeee

Am Horizont liegt Amerika

Fährt man von Lagos immer weiter gen Westen, gelangt man in das entspannte Sagres mit einem spektakulär auf den Klippen gelegenen Fort und idealen Wellen für Surfer. Der Weitblick von den Klippen nahe der Stadt, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes, hin zum Horizont hat etwas Ergreifendes und lernte schon Seefahrern das Träumen vom verheißungsvollen Amerika. Bei genauerem Hinsehen ist vielleicht der Geist Vasco da Gamas zu entdecken. Geschichtsträchtig ist das Kap allemal.

Lighthouse of Cabo Sao Vicente, Sagres, Portugal - Farol do Cabo Sao Vicente (built in october 1851)

Bildnachweis: iStock.com/dvoevnore

Dann schließt sich langsam der Kreis. Über die Küstenstadt Vila Nova de Milfontes im Alentejo, das sich für einen Zwischenstopp anbietet, geht es zurück gen Lissabon. Hier, im touristisch noch relativ wenig beachteten Alentejo mit, der Algarve ebenbürtigen Traumstränden, kommen bester fangfrischer Fisch und zart gegrillte Meeresfrüchte auf den Teller. Die Portugiesen sind ein Seefahrervolk mit langer Tradition, sie wissen, wie man köstlichen Fisch zubereitet.

Im Norden gipfelt Kultur und Genuss

Nördlich von Lissabon sollte man einen Tag im verschlafenen Tomar mit dem beachtlichen Convento do Cristo einplanen, eine von Tempelrittern gegründete ehemalige Wehr-Klosteranlage.

Bevor die Reise in Porto, Portugals Norden gipfelt, empfiehlt sich noch ein Zwischenstopp in der Universitätsstadt Coimbra. Man schlendert durch die alten Viertel, besucht mittelalterliche Kirchen und Konvente und genießt Portugals Savoir-vivre mit ausgezeichnetem Essen und Bars mit Livemusik.

Im romantischen Porto, das es an Schönheit leicht mit Lissabon aufnimmt, gehört ein Tag der Altstadt Ribeira mit ihren Galerien und Museen und eine Portweinprobe in Vila Nova de Gaia zu den Highlights. Wenn die Zeit noch reicht, lohnt eine Schifffahrt auf dem Douro durch großartige Schluchten zu jahrhundertealten Weinbergen.

Geben Sie sich unbedingt ein letztes Mal der süßen Versuchung eines pastéis de nata (Puddingtörtchen mit Zimt bestreut) hin, auch wenn das die Sehnsucht wiederzukommen nur anfeuert. Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Portugals Atlantikküste möchte erkundet werden. Oder wie wäre eine Rundreise abseits ausgetretener Pfade durch das oft übersehene Landesinnere mit dramatischen Landschaften, Dörfern wie Zeitkapseln und Burgen hoch oben auf Klippen?

Douro river and traditional boats in Porto, Portugal

Bildnachweis: iStock.com/saiko3p

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