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Waianapanapa, Hana, Maui, Hawaii

Roadtrip im Hawaii-Urlaub: Tipps für eine Südsee-Entdeckungsreise mit dem Auto

Menschen mit Blumenketten und buntgemusterten Hemden, tropisch-warmes Klima und dazu noch die Ukulele-Klänge der Südsee aus den Lautsprechern: Schon die Ankunft auf Hawaii erfüllt einige bekannte Klischees über den „Aloha State“. Dass der zugleich jüngste Bundesstaat der USA (seit 1959) aber noch viel mehr zu bieten hat, erfahren Urlauber und Besucher, die sich nicht bloß in eines der vielen Honeymoon Resorts zurückziehen, sondern eine Entdeckungsreise mit dem Auto durch eine der acht Hauptinseln von Hawaii starten. Mit dem eigenen Mietauto ist das herrlich unkompliziert. Von Insel zu Insel geht es ebenfalls bequem, schnell und meist sogar recht günstig mit einem „Interisland“-Flug.

Florian Figl ist Online-Marketing Spezialist und Reiseblogger. Gemeinsam mit seiner Partnerin Corinna schreibt er auf www.travelpins.at über Aktiv- und Genussreisen. Im Rahmen einer Weltreise verbrachte das Paar zwei Wochen auf Hawaii und erkundete die Inseln Oahu, Maui und Kauai.

Banner-Bildnachweis: iStock.com/RandyJayBraun

Oahu Sehenswürdigkeiten: Pearl Harbor, Waikiki Beach & Co.

Die meisten Hawaii-Urlauber kommen zunächst auf der Hauptinsel Oahu an, auf der rund Dreiviertel der Bevölkerung lebt und sich auch der internationale Flughafen von Honolulu befindet. Die reine Flugzeit von Deutschland aus beträgt rund 18 Stunden, Wartezeiten bei den Umsteigeverbindungen noch nicht eingerechnet. Direktflüge gibt es nicht. Verständlich also, dass sich viele Reisende nach der Ankunft erstmal an den nahen Stränden der Hauptstadt entspannen möchten, allen voran natürlich am berühmten Waikiki Beach. Auf der Fahrt mit dem Mietwagen vom Flughafen zum Strand hat man hingegen das Gefühl, in einer typisch amerikanischen Großstadt gelandet zu sein. Breite Straßen, große Autos und Fastfood-Lokale an vielen Ecken. Vor der Weiterfahrt in die ländlichen Teile der Insel lohnt für Geschichtsinteressierte ein Besuch von Pearl Harbor, also jenen Navy-Stützpunkt, der im Dezember 1941 überraschend von den japanischen Streitkräften angegriffen wurde, woraufhin die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten.

Wer Honolulu gerne von oben sehen und dabei eine entspannte, kleine Wanderung unternehmen möchte, dem sei der Diamond Head im Osten der Stadt empfohlen. Vom Parkplatz in der Mitte eines Vulkankraters führt ein einfacher Weg, teilweise auch über Stufen, zu einer Aussichtsplattform auf dem nur 230 Meter hohen Kraterrand, von wo aus man dennoch einen tollen Blick auf Waikiki hat.

waikiki beach and diamond head in hawaii

Bildnachweis: iStock.com/delamofoto

Surfer, die auf der Suche nach großen Wellen sind, zieht es hingegen in den Norden Oahus, erreichbar über den Freeway und den Kamehameha Highway. Jeden Winter wird die 11 Kilometer lange North Shore zum Mekka der Big Wave Surfer, wenn sich die Wellen hier gut 10 Meter hoch auftürmen. Für Anfänger absolut lebensgefährlich! Wer zwischen Oktober und Februar an die Nordküste von Oahu kommt, hat gute Chancen, einem internationalen Surfwettbewerb zuzusehen können. Alleine das ist schon spektakulär.

Tipp: Nur unweit der Surfspots entfernt, haben Besucher am Laniakea Beach eine gute Möglichkeit, gleich mehrere der grünen Meeresschildkröten, auf Hawaiianisch „Honus“ genannt, anzutreffen. Tagsüber stehen Freiwillige der Organisation „Malama na Honu“ (Schützt die Schildkröten) am Strand, informieren die interessierten Tierbeobachter über diese besondere Art und bitten sie mitunter auch, Abstand zu halten.

Maui Sehenswürdigkeiten: Road to Hana und Wandern am Haleakala-Gipfel

Auf Maui, der zweitgrößten Hawaii-Insel nach Big Island, wartet das Roadtrip-Highlight einer jeden Hawaii-Rundreise: Die spektakuläre Road to Hana führt an der Nordostseite Mauis von der Ortschaft Paia über mehr als 600 Kurven, 54 Brücken und 80 Kilometern Asphalt bis an den östlichsten Punkt bei Hana. Jeder, der ein Auto mit gutem Kurvenverhalten (und am besten noch ein Convertible) gemietet hat, darf sich hier glücklich schätzen. Unterwegs lohnen Zwischenstopps an den Twin Falls, einem Zwillingswasserfall, und am Na’ili’ili Haele Fluss, wo es durch dichten Bambuswald zu weiteren Wasserfällen geht. Letztere sind zugegeben jedoch ähnlich schwer zu finden, wie der Red Sand Beach in bei Hana selbst. Tipp: Die GPS-Koordinaten vor der Reise notieren und mittels Navigationsgeräten oder Apps dorthin navigieren. Einheimische kennen den Weg oft selbst nicht so genau oder geben vor, ihn nicht zu wissen.

The hidden Red Sand Beach in Hana, Maui.

Bildnachweis: iStock.com/MarssPhotography

Auf der Weiterfahrt in den Süden wird die Straße zunehmends schmäler und ist an manchen Stellen plötzlich nicht mehr asphaltiert. Verrostete Leitplanken, die einen nur bedingt vom Abgrund trennen, und ausgebrannte Autowracks am Straßenrand vermitteln einen unerwartet „rauen“ Eindruck von diesem Teil der Insel. Dennoch lohnt es sich, in Hana nicht einfach umzukehren und die kurvige Straße auf gleicher Strecke zurückzufahren. So nähern wir uns nämlich dem Zentrum des mächtigen Haleakala, einem riesigen Schildvulkan, der quasi den gesamten Ostteil Mauis ausmacht, von südlicher Richtung und fahren dabei nach einem langen Tag in den Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen lohnt es sich, früh aufzubrechen und mit dem Mietauto bis auf den Gipfel des Haleakala auf knapp 3.000 Metern zu fahren, um mit etwas Glück einen Sonnenaufgang „über den Wolken“ zu genießen. Direkt am Parkplatz des Visitor Centers startet der Sliding Sands Trail, auf Hawaiianisch Keonehe’ehe’e, der zunächst hinab in eine Kraterlandschaft führt, die an die Mondoberfläche erinnert. Nicht umsonst testet die NASA hier auch neue Fahrzeuge für künftige Mars-Missionen. Den Rückweg sollte man keinesfalls unterschätzen. Also besser nur so weit hineingehen, wie man sich auch für den Aufstieg problemlos zutraut.

Kauai Sehenswürdigkeiten: Na Pali Coast und Waimea Canyon

Kauai wird aufgrund der üppigen Vegetation oft auch als Garden Island bezeichnet. Im Herzen der Insel, rund um den Vulkan Waialeale, liegt einer der niederschlagsreichsten Punkte der Erde. Dennoch ist auch diese Hawaii-Insel bei Urlaubern beliebt: Sonnenhungrige zieht es an die Strände im deutlich trockeneren Süden, sportliche Wanderer hingegen an die zerklüftete Na Pali Coast ganz im Norden. Der dortige Kalalau Trail zählt zu den bekanntesten und landschaftlich spektakulärsten Wanderungen der USA, weshalb die sogenannten Overnight Permits, die als Genehmigung für das legale Zelten entlang des 11 Meilen langen Trails nötig sind, oft auf Monate im Voraus ausgebucht sind. Mit dem Mietauto ist der Trailhead von der Inselhauptstadt Lihue aus bequem in einer Stunde Fahrzeit über den Kuhio Highway zu erreichen. Das Ziel hingegen, der abgeschiedene Kalalau Beach, ist nur zu Fuß oder bei ruhiger See über das Meer zu erreichen.

Ein weiteres lohnenswertes Ziel auf Kauai ist der Waimea Canyon. Mit einer Tiefe von 900 Metern und einer Länge von 16 Kilometern gilt er als Grand Canyon des Pazifiks. Die Aussichtsplattform Waimea Canyon Lookout befindet sich im südlichen Waimea Canyon State Park und ist ab der gleichnamigen Ortschaft über die Kokee Road mit dem Mietauto zu erreichen. Am Weg dorthin am besten einen Zwischenstopp am Poipu Beach einplanen. Dieser Strand wurde einst zu den schönsten in ganz Amerika gewählt und lädt zum Baden und Schnorcheln ein. Mit etwas Glück sieht man auch hier Meeresschildkröten.

Landscape with Na Pali Coast, Kauai, Hawaii

Bildnachweis: iStock.com/m-kojot

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