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Flamingos und eine Einarmige: Tipps für Malaga & Umgebung

Die spanische Costa del Sol ist seit den 1960er Jahren eine der Topdestinationen des Mittelmeerraumes. 320 Sonnentage pro Jahr, aber auch die Natur, das reiche kulturelle Erbe und die gastronomische Vielfalt locken Touristen an die Küste und in die aufstrebende Metropole Malaga.

Banner-Bildnachweis: iStock.com/amoklv

Frida van Dongen ist eine deutsche Journalistin und Reisebloggerin Sie betreibt den Niederlande-Blog www.grachtenundgiebel.de, begeistert sich aber ebenso für andere Destinationen – von Finnland bis Tansania. In Malaga wandelte sie auf den Spuren eines berühmten Malers und eines Hollywoodschauspielers.

Costa del Sol - Malaga

Bildnachweis: Frida van Dongen

Einen Roadtrip entlang der Costa Del Sol könnte man kaum stilvoller beginnen als mit dem Besuch des beeindruckenden Automobilmuseums in Malaga. Untergebracht in der ehemaligen Tabakfabrik Real Fábrica de Tabacos, hat hier ein Privatmann seine überwältigende Kollektion an Oldtimern ausgestellt – von Belle Époque-Kutschen für die Upper Class des späten 19. Jahrhunderts bis hin zu schnittigen Amischlitten der 50er und 60er Jahre reicht die Bandbreite. Das Besondere: die Ausstellung kombiniert die Fahrzeuge mit den Kleidermoden der jeweiligen Dekade.

Flamingos sichten im Naturschutzgebiet

Da wir nun schon einmal etwas außerhalb des Stadtzentrums von Malaga sind, ignorieren wir vorerst die Stadt mit ihrer prächtigen maurischen Festung Alcazaba, setzen uns in unseren Mietwagen und brausen entlang der Costa del Sol Richtung Westen. Schon nach ein paar Kilometern (Autobahn A-7, Ausfahrt San Julián – Guadalmar) kommt man zum Naturschutzgebiet Desembocadura del Guadalhorce. Es handelt sich hier um das Delta des Guadalhorce, eines 166 Kilometer langen Flusses. In dem Areal hat sich eine vielfältige Flora und Fauna angesiedelt, insbesondere rund 260 Vogelspezies, darunter Zwergadler, Eisvogel und sogar Flamingos.

Ein Eldorado für Golfspieler

Als „Costa del Sol“ wird der Abschnitt der Mittelmeerküste in der Provinz Malaga bezeichnet, der zwischen den Ortschaften Estepona und Nerja liegt. Ihren Namen verdankt die Sonnenküste der Tatsache, dass sie mit rund 320 Sonnentagen pro Jahr eine perfekte Strandurlaubsdestination darstellt – allerdings mit den üblichen Auswirkungen des Massentourismus wie etwa betonierten Hotelanlagen entlang der Küste. Seit einigen Jahren versuchen sich die Touristiker jedoch an einem Imagewandel: weg vom Billigtourismus mit Bettenburgen, hin zu einer betuchteren Klientel, die sich an Kultur, Naturerlebnissen, gutem Essen und auch sportlicher Betätigung erfreut.  Zu letzterem tragen insbesondere die fast 70 Golfplätze an der Costa del Sol bei – die ihr inzwischen auch den zweiten Beinamen „Costa del Golf“ eingebracht haben.

Wer Luxus liebt, ist in Marbella richtig

Die Stadt Marbella ist sicherlich eines der mondänsten Reiseziele an der Costa del Sol. Der etwa 140.000 Einwohner zählende Ort bietet eine sehenswerte Altstadt mit hochwertigen Restaurants, schicken Geschäften und 25 Stränden. Insgesamt 16 Golfplätze, vier Sportboothäfen und diverse Hotels der gehobenen Kategorie ergänzen das Angebot. Nicht zuletzt wartet Marbella mit etwa 20 Thalasso-Zentren und Spas auf.

Golfplatz Marbella

Bildnachweis: iStock/CaronB

Tour durch Hinterland nach Ronda

Wir verabschieden uns nun von der Küste und fahren ins gebirgige Hinterland Andalusiens. Nur etwa 60 Kilometer und gut eine Stunde Autofahrt entfernt, lockt die spektakulär in den Berg gebaute Stadt Ronda. Die weiße, in maurischer Zeit erbaute Ortschaft, rühmte schon der deutsche Dichter Rainer Maria Rilke (1875-1926) als „phantastisch und überaus großartig“. Auf drei Seiten grenzt Ronda Stadt an 120 Meter hohe Felswände; die Alt- und Neustadt trennt eine 160 Meter tiefe Schlucht. Verbunden werden beide Stadtteile durch drei Brücken, von denen die bekannteste die im 18. Jahrhundert erbaute Puente Nuevo („Neue Brücke“) ist.

Über die A-367 und A-357 fahren wir in etwa 1,5 Stunden zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour, nach Malaga. Hier geben wir unseren Mietwagen besser am Flughafen oder am Bahnhof ab, denn das Zentrum der fünftgrößten Stadt Spaniens lässt sich am besten zu Fuß erkunden.

Beeindruckende Palastfestigung

Schon von weitem erblicken wir die majestätische Palastfestung Alcazaba, die sich auf dem Hügel erhebt. Das beeindruckende Bauwerk, dessen Name im Arabischen „Zitadelle“ bedeutet, ist die Top-Attraktion Málagas – zum einen, weil die zwischen 1057 und 1063 im maurischen Stil errichtete Alcazaba durch die Schönheit ihrer Architektur und die prächtige Innengestaltung mit maurischen Elementen besticht; zum anderen, weil man von ihren Festungsmauern einen fantastischen Ausblick auf die Stadt und das Meer hat.

„Einarmige“ Kathedrale

Die zweite große Attraktion Malagas ist die Kathedrale Nuestra Señora de la Encarnación, die aber von den Einheimischen meist „La Manquita“ (die Einarmige) genannt wird. Der Kosename resultiert aus der Tatsache, dass das ab dem Jahre 1530 erbaute Gotteshaus bis heute unvollendet blieb und die Hauptfassade und der Südturm (einer der beiden „Arme“) noch immer nicht fertiggestellt sind

Einarmige Kathedrale in Malaga

Bildnachweis: Frida van Dongen

Bodegas und Tapas-Bars

Das Eintauchen in die Historie macht hungrig, und so schlendern wir zu spätabendlicher Stunde – wie es sich für Spanien-Touristen gehört – durch die noch stets belebte Innenstadt. Malaga bietet für jeden Geschmack das passende gastronomische Angebot, von einfacher Bodega bis hin zu Gourmet-Restaurants. Unsere Wahl fällt auf die bekannte Bodega Bar „El Pimpi“. In einem historischen Herrenhaus werden hier Weine der Region und diverse Klassiker der spanischen Küche serviert.

Geburtsstadt Picassos

Am nächsten Tag steht Kultur auf dem Programm. Die Hafenstadt an der Costa del Sol hat sich immer mehr zu einer Kulturdestination entwickelt: insgesamt 36 Museen zählt Malaga derzeit, die meisten davon befinden sich in der Altstadt. Natürlich ist es ein Muss, dem bedeutendsten Sohn der Stadt – Pablo Picasso – die Ehre zu erweisen: das Haus Nr. 15 der Plaza de la Merced, in dem der Künstler 1881geboren wurde, widmet sich in der Ausstellung seinem privaten Leben. Im Ende 2013 eröffneten Picasso Museum sind mehr als 200 seiner Werke zu sehen.

Am Abend nach dem Kulturgenuss machen wir uns auf zum Hafen von Malaga. Schon von den Phöniziern wurde der rund 3000 Jahre alte Hafen genutzt – aber heute erinnert daran an der Promenade nichts mehr: der Weg von der Altstadt wird durch eine Betonkonstruktion gewiesen, die an Kreationen des Stararchitekten Santiago Calatravas erinnert; und am Hafenbecken reihen sich puristische Restaurants aneinander, in denen man moderne spanische Küche kosten kann.

Ausblick auf Malaga

Bildnachweis: Frida van Dongen

Strände und eine lange Promenade

An unserem letzten Tag an der Costa del Sol müssen wir natürlich noch einmal unsere bleichen Gesichter in die Sonne hängen. Ermöglicht wird dies auf Malagas beachtlichen 16 Stadtstränden, die zum Teil über die den Paseo Maritimo Antonio Banderas miteinander verbunden sind. Die nach dem aus Malaga stammenden Hollywood-Schauspieler Antonio Banderas benannte Promenade ist eine gepflegte Flaniermeile mit zahlreichen typischen Imbissen: man kann an diesen Chiringuitos frisch über dem Feuer gegrillten Fisch kaufen und sich damit an einen der herrlichen Strände setzen.

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