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Wer hat die Nase noch nicht voll von Blütenduft?

Im Frühling ist es an vielen Orten schön – an manchen aber noch ein bisschen schöner. Hier einige davon als Tipps für eine Reise durch die wohl zarteste Versuchung, seit es Jahreszeiten gibt.

Der deutsche Journalist Carsten Heinke – zu Hause in Leipzig und einem Dorf im lettischen Kurland – hat sein Hobby Reisen zum Beruf gemacht. Als freier Autor reist, schreibt und fotografiert er für Print- und Online-Medien in Deutschland, Lettland, den Niederlanden und Österreich. Viele seiner Fotos postet er auf Instagram und – zusammen mit Notizen, Texten und veröffentlichten Beiträgen – auch auf Facebook.

 Banner-Bildnachweis: Carsten Heinke

Mallorca: Frühlingsabendessen in der Kirche

Wer es nicht erwarten kann, dass der Frühling Einzug in Zentraleuropa hält, ist mit einer Reise auf die sonnenverwöhnte Baleareninsel Mallorca gut beraten. Bereits im Januar beginnen hier die Mandelbäume zu blühen. Und schon bald folgen ihnen unzählige weitere Bäume, Sträucher, Blumen, Kräuter und verzaubern das grüne Eiland im Mittelmeer in einen duftenden Garten. Mit dem Auto kommt man schnell von Ort zu Ort, um bei einer Erkundung der landschaftlichen Schönheiten, aber auch der vielen anderen Sehenswürdigkeiten möglichst wenig zu verpassen.

Attraktive Stopps einer Rundreise durch Mallorca sind beispielsweise die Kartause von Valldemossa , die Serra de Tramuntana, Cap Formentor, die Höhlen von Artà und Porto Cristo, die römischen Ruinen von Pollentia in Alcúdia oder der Hafen von Cala Figuera, der „Feigenbucht“. Das wohl originellste Restaurant des alten Fischerdorfes ist „La petite iglesia“, eine kleine ehemalige Kapelle oberhalb der Promenade, in der man heute statt heiliger Messen die französische Küche zelebriert.

Außer malerischen Stränden bietet Mallorca viele andere schöne Landschaften, die man bei einer Inselrundfahrt erkunden kann.

Außer malerischen Stränden bietet Mallorca viele andere schöne Landschaften, die man bei einer Inselrundfahrt erkunden kann.

Bildnachweis: Carsten Heinke

Madeira: Frühlingswanderung durchs Lorbeerlaub

Portugals immergrüne Insel im Atlantik verwöhnt ihre Gäste ganzjährig mit Sonne, mildem Klima und üppiger Vegetation. Sowohl die einzigartigen Lorbeerwälder als auch die anderen Naturschutzgebiete von Madeira lassen sich am besten beim Wandern oder einer Rundreise mit dem Auto erkunden. Alle sind von der Hauptstadt Funchal aus gut zu erreichen.

Erlebnisreiche Ziele sind zum Beispiel die östliche Halbinsel Ponta do Sao Lourenco oder im Norden das Reservat Da Rocha do Navio mit seinen von zahlreichen Vogelarten wie auch Seelöwen und Mönchsrobben bewohnten Felsenküsten. Aber auch die atemberaubende, fast 600 Meter hohe Steilklippe Cabo Girao oder Rabacal mit den 25 Wasserfällen von Paul da Serra sind einen Ausflug wert. Und wenn es beim Mittagsstopp in einer Snack Bar die oft umfangreiche Speisekarte nur auf Portugiesisch gibt, macht man nicht viel verkehrt, „prato do dia“ – das meist sehr preiswerte Tagesgericht – zu bestellen. In einer kleinen Gasse am alten Hafen von Funchal bietet das Restaurante O Jango leckere Fisch- und Seafood-Gerichte in gemütlich-uriger Atmosphäre, zum Beispiel die Spezialität von Madeira: Espada – Schwarzer Degenfisch.

Ein Bummel über den bunten Markt von Funchal gehört zum Pflichtprogramm auf der Blumeninsel Madeira – ganz besonders im Frühling.

Ein Bummel über den bunten Markt von Funchal gehört zum Pflichtprogramm auf der Blumeninsel Madeira – ganz besonders im Frühling.

Bildnachweis: Carsten Heinke

Kanarische Inseln: Wo der Frühling durcharbeitet

Wer beim Reisen gern Temperaturextreme meidet, ist auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ fast zu jeder Zeit an der richtigen Adresse. Denn den Kanaren sind große Hitze wie auch Kälte in der Regel fremd. Beinahe das ganze Jahr kann man mit Tageshöchstwerten zwischen 20 und 30 Grad und Badetemperaturen rechnen. Dennoch sind die politisch zu Spanien, geografisch zu Afrika gehörenden Inseln gerade dann besonders liebenswert, wenn im Frühjahr die feuchtere in die trockenere Periode übergeht und alles noch mehr grünt und blüht als sonst – ganz besonders an den südlichen Küsten, die der Sahara nahe sind.

Schöne Strände und Natur haben alle sieben Inseln vorzuweisen. Doch die Wahrscheinlichkeit, die herrlichen Kulissen eine Weile auch mal nur für sich allein zu haben, ist auf El Hierro, La Gomera und La Palma ungleich höher als auf Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa. Auf den vier größten und einwohnerreichsten Kanarischen Inseln besteht allerdings auch viel mehr Auswahl an Hotels, Restaurants und Freizeitangeboten. Mein Tipp für La Gomera: Sanftes Whale-Watching mit einem kleinen Boot von Excursiones Tina. Start der dreistündigen Tour ist am Hafen von Valle Gran Rey. Es lohnt sich!

Kanarische Inseln fernab vom Massentourismus: Bei einer Wanderung durch den immergrünen Wolkenlorbeerwald von Garajonay auf La Gomera glaubt man sich in einer Zauberwelt.

Kanarische Inseln fernab vom Massentourismus: Bei einer Wanderung durch den immergrünen Wolkenlorbeerwald von Garajonay auf La Gomera glaubt man sich in einer Zauberwelt.

Bildnachweis: Carsten Heinke

Griechische Inseln: Frühling mit Olivenöl und Ouzo

Die Inseln Griechenlands gehören zu den klassischen Reisezielen der Sonnenanbeter und Genießer, denn außer Temperaturen, die zum Erholungsurlaub passen, bieten sie ihren Gästen stets eine Fülle köstlicher Freuden für Gaumen und Magen. Prominenteste der insgesamt über 3.000 Eilande (wenn man auch die kleinsten mitzählt) sind Korfu, Koss, Kreta, Lesbos, Mykonos, Rhodos und Zakynthos. Und natürlich sind auch sie am allerschönsten, wenn selbst karge Felslandschaften von einem grünen Flaum und frühlingshaftem Blütenduft bedeckt sind.

Neben den besonderen Reizen der Natur hat eine Reise vor der Hauptsaison (etwa von Mai bis Oktober) den Vorteil, dass man fast überall mehr Platz und Ruhe hat. Wer in Rhodos unterwegs ist und für ein gutes Essen auf stylishes Interieur verzichten kann, sollte in der Hauptstadt unbedingt einmal in der Taverna Kostas einkehren.

Wie viele andere griechische Inseln lässt sich Kreta am besten mit dem Auto erkunden. Die atemberaubende Samaria-Schlucht im Westen der Insel kann man allerdings wirklich nur zu Fuß durchqueren.

Wie viele andere griechische Inseln lässt sich Kreta am besten mit dem Auto erkunden. Die atemberaubende Samaria-Schlucht im Westen der Insel kann man allerdings wirklich nur zu Fuß durchqueren.

Bildnachweis: Carsten Heinke

Frühling in Irland: Ohne Irisch Moos nix los

Wer keine Angst hat, „auf der falschen Seite“ zu fahren, liegt mit einem frühlingshaften Roadtrip durch Irland immer richtig. Besonders für unerfahrene Linksfahrer ist die grüne Insel mit ihren doch recht entspannten Bewohnern ein guter Platz zum Lernen. Ein lohnenswertes Ziel für Pflanzenfreunde ist etwa die Grafschaft Cork im Süden. Da das milde Klima dort sogar exotische Gewächse lieben, sind die vielen Parks und Gärten dieser Gegend oft schon in April und Mai voll herrlich bunter Blüten.

Neben den berühmten Blarney Castle Gardens nahe Cork stehen das Fota Arboretum in Carrigtwohill, die Garteninsel Garinish, die Gärten Kilravock in Durrus sowie Lakemount in Glanmire Besuchern offen. Obendrein stilvolle Übernachtungen in historischen Herrenhäusern bieten Ballyvolane Gardens in Castlelyons, Annesgrove Gardens in Castletownroche sowie Bantry House & Gardens. Die Ballymaloe Gardens in Shanagarry bieten Kochkurse mit Bioprodukten aus eigenem Anbau.

Wer bei „Irischem Frühling“ immer nur an Grün denkt, sollte zwischen April und Mai mal in den Süden der Insel fahren, wenn dort die Rhododendren wahre Farborgien zelebrieren.

Wer bei „Irischem Frühling“ nur an Grün denkt, sollte zwischen April und Mai mal in den Süden der Insel fahren, wenn die Rhododendren wahre Farborgien zelebrieren.

Bildnachweis: Carsten Heinke

Brighton: Frühling mit den Staren

Vor Beginn der sommerlichen Hochsaison ist selbst das turbulente Seebad Brighton in Südengland ein Ort der Ruhe und Entspannung. Doch keineswegs ein stiller. Dafür sorgen viele Pubs und Clubs, das quirlig bunte Szeneviertel The Lanes und North Laine mit Hunderten von Shops, Boutiquen, Cafés und Galerien sowie vielfältige Sportangebote wie Beachvolleyball, -football oder -rugby bei Yellowave oder ein Drachensegeltön bei den Kitesurfkings.

Ein Naturschauspiel, dass es nur im Frühling gibt, kann man auf der historischen Seebrücke Brighton Pier erleben. Kurz vor Sonnenuntergang treffen sich dort Tausende von Staren zu einer atemberaubenden Flugshow. Wie von Geisterhand gesteuert, formieren sich die kleinen schwarzen Vögel zu zwitschernden Wolken, die im rauschenden Sturzflug ständig ihre Form verändern. Wer das Spektakel von oben sehen will, fährt den British Airways i360 hinauf und genießt das Brighton-Panorama aus der Kanzel des 162 Meter hohen Bauwerks, das im letzten Sommer eröffnet wurde. Mit nur vier Meter Dicke ist es der dünnste Aussichtsturm der Welt.

Herrliche Frühlingsabende kann man in den Strand-Cafés und Bars an der Brighton Seafront genießen. Der lange Dünne ganz im Hintergrund ist der nagelneue Aussichtsturm British Airways i360.

Herrliche Frühlingsabende kann man in den Strand-Cafés und Bars an der Brighton Seafront genießen. Der lange Dünne ganz im Hintergrund ist der nagelneue Aussichtsturm British Airways i360.

Bildnachweis: Carsten Heinke

Neuengland/USA: Frühling bei den Stars

Auf der Suche nach einer neuen Heimat gingen 1620 an der Nordostküste Amerikas 101 britische Auswanderer von Bord der „Mayflower“. Ihre Landnahme und Gründung der Plymouth Colony gilt – zusammen mit der Gründung Virginias – als Ursprung der Vereinigten Staaten. Bald folgten ihnen Zehntausende Briten nach Neuengland, USA. Bekannt ist die Region, zu der die fünf Bundesstaaten Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island und Vermont gehören, vor allem für seine malerischen Landschaften im Indian Summer. Nicht weniger schön ist Neuengland aber auch im Frühling.

Eine Rundreise mit dem Mietwagen könnte in Providence beginnen. Von dort ist es nicht weit bis Newport, bekannt als Welthauptstadt des Segelns und Sommerresidenz des amerikanischen Geldadels. Viele der prunkvollen alten Strandpaläste wie The Breakers oder Rosecliff sind bekannt aus Filmen und können besichtigt werden. Weiter geht’s nach Cape Cod. Dort bieten sich das Kennedy-Haus in Hyannis und ein Tagesausflug auf die Promi-Urlaubsinsel Martha’s Vineyard an. Die Wahrscheinlichkeit, US-Celebrities zu treffen, ist dort im Frühling ganz besonders groß. In Boston schließlich lässt es sich prima shoppen, schlemmen und genießen. Und garantiert nicht dümmer macht eine Tour durch die berühmten Universitäten Harvard und Yale in New Haven, deren Gebäude aus einem Harry-Potter-Film stammen könnten. Günstige Flüge gibt es bei www.condor.com

Frühling in Neuengland, USA: Wenn die Heritage Museums & Gardens in Sandwich, Massachusetts, auf der Halbinsel Cape Cod öffnen, stehen die herrlichen Parks und Gärten bereits in voller Blüte.

Frühling in Neuengland, USA: Wenn die Heritage Museums & Gardens in Sandwich, Massachusetts, auf der Halbinsel Cape Cod öffnen, stehen die herrlichen Parks und Gärten bereits in voller Blüte.

Bildnachweis: Carsten Heinke

 

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