Gesunde Küche: Diese Ernährungsformen verlängern das Leben

Die Kreta-Diät ist vielen bekannt, doch gibt es auf der Welt noch weitere Ernährungsformen, denen nachgesagt wird, dass sie außergewöhnlich gesund sind – ja, gar lebensverlängernd sein können. Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, wo die Menschen besonders alt werden, und was die jeweiligen Ernährungsweisen und -gewohnheiten dazu beitragen. Feststeht: Mit ein paar einfachen Ernährungstricks können auch Sie gesund alt werden!

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Rund um die Welt: Die „blauen Zonen“ der 100-jährigen

In manchen Teilen der Welt leben die Menschen länger als anderswo. Womit das zusammenhängt, wird kontinuierlich und intensiv erforscht. Sardinien, zum Beispiel, ist gemeinhin auch als „Insel der 100-jährigen“ bekannt, weil sie von vergleichsweise vielen Menschen jenseits der 100 bewohnt wird. Pro 100.000 Einwohner des Osten Sardiniens – auch definiert als „blaue Zone“ – sind 31 Menschen über 100 Jahre alt!

Die sogenannten „blauen Zonen“ haben Wissenschaftler definiert, um weltweit auf Ballungsgebiete hinzuweisen, in denen Menschen besonders alt werden. Fünf solcher Regionen, die für  besondere Vitalität und Gesundheit stehen, gibt es weltweit: die griechische Insel Ikaria; die japanische Insel Okinawa; Ogliastra in Sardinien; Loma Linda in Kalifornien; und, zu guter Letzt, die Nicoya-Peninsula in Costa Rica.

blue beach with some people seen from top Cala Goloritze

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Alt werden mit der richtigen Ernährung

Woran es liegt, dass die Menschen in den „blauen Zonen“ so alt werden, wird stetig erforscht. Neben viel Bewegung, einem stressfreien Alltag und viel Sonnenlicht spielt unter anderem auch die Ernährung eine bedeutende Rolle. Anders als in den Teilen der Welt, in denen Fast Food und Fertiggerichte „täglich Brot“ sind, ernähren sich die Bewohner der blauen Zonen überwiegend von natürlichen Lebensmitteln.

Bowls of various legumes (chickpeas, green peas, red lentils, canadian lentils, indian lentils, black lentils, green lentils; yellow peas, green mung beans) on wooden background

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Leckere schnelle Rezepte für ein langes Leben

Anders als das in der japanischen Küche weit verbreitete Sushi ist die Küche der Insel Okinawa berühmt für ihre Pfannengerichte. In sogenannten „Izakayas“ werden oft viele kleine Gerichte serviert und von allen am Tisch geteilt. Zu den traditionellen „Champurus“ (japanisch für Pfannengericht) zählen „Goya Champuru“, das mit dem japanischen Goya-Gemüse, Tofu, Eiern und Schweinefleisch hergestellt wird. In ähnlicher Weise kann „Champuru“ auch Nudeln oder Papaya beinhalten.
„Okinawa Soba“ sind Weizennudeln (auch Udon-Nudeln genannt), die in Brühe mit Zwiebeln, Ingwer und Fisch oder Schweinefleisch serviert werden. Zuletzt ist Okinawa bekannt für ihre Reisgerichte: „Taco Reis“ ist ein simples Reisgericht, das je nach Geschmack mit Rindfleisch, Salat, Tomaten, Salsa und manchmal gar geriebenem Käse serviert wird.

Überraschenderweise wird auch auf Sardinien Fleisch groß geschrieben – statt Fisch isst man in den Bergregionen der Insel Hammel- oder Schweinefleisch, serviert mit gemischtem Salat. Wer es vegetarisch mag, der reicht „Culurgiones“: mit Kartoffelbrei, Minze und Pecorino-Käse gefüllte Ravioli.

Auf Ikaria wird Fleisch hingegen selten gegessen, dafür sorgen extra natives Olivenöl, Gemüse, Fisch und Ziegenmilch für anhaltende Gesundheit. Zwar nicht zwingend für Ikaria bekannt, dafür aber das gleichermaßen berühmteste sowie leckere und schnelle Rezept der griechischen Küche zum Nachmachen ist der griechische Salat: Tomaten, Gurken, Oliven, Feta-Käse (aus Schafsmilch!) werden mit Olivenöl, Thymian und Oregano angemacht.

Auf der anderen Seite der Welt, in Loma Linda, wird ein etwas extremeres Essverhalten an den Tag gelegt: Viele Menschen dort gehören dem Siebenten-Tags-Adventismus an, einer religiösen Gemeinschaft, die ein strenges Ernährungsprogramm sowie Regeln für Fitness und Erholung befolgt. Auf Milchprodukte und Fleisch wird hauptsächlich verzichtet, stattdessen ernähren sich sich die Bewohner von Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen. Getrunken wird Wasser.

Ein für die Nicoya-Peninsula typisches Gericht sind Mais-Tortillas, welche die Bewohner morgens, mittags und abends essen, zum Beispiel gefüllt mit schwarzen Bohnen und Kürbis. Statt Kürbis werden häufig auch Yams gekocht, und wenn es etwas Süßes sein soll, dann werden Papayas und Bananen verspeist. Forscher fanden zudem heraus, dass die Menschen in der Nicoya-Peninsula vergleichsweise kleine Portionen zu sich nehmen und die letzte Mahlzeit sehr früh zu sich nehmen. Einfache Küche, einfache Tricks – große Wirkung.

Okinawa, Japan - Soba noodles

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Gesund kochen: So bleiben Sie lange gesund

Es zeigt sich: Zwar lassen sich die Ernährungsformen und -gewohnheiten ganz speziell mit bestimmten Teilen der Welt verbinden, doch auch wer nicht auf Sardinien, in Japan oder Costa Rica lebt, kann sich gesund ernähren. Mit viel Fisch, eiweißreichem Fleisch, gedämpftem Gemüse und Vollkorn- sowie Urgetreide statt Brot und Pasta lässt sich die eigene Ernährung bereits um Welten verbessern. Wer sich zudem täglich ausgiebig bewegt wie die Sarden, gesellig ist wie die Bewohner Ikarias und den Stress im Alltag minimalisiert wie die Einwohner von Loma Linda, der ist auf dem besten Weg, lange und gesund zu leben.

Selection of food that is good for the heart

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