Road Trip Sylt – immer der Küste nach

Party oder Natur? Chic oder bequem? Meer oder Pool? Auf Sylt muss sich niemand für oder gegen etwas entscheiden. An einem Tag lässt sich alles erleben. Langweilig wird es daher auf der größten Nordseeinsel Deutschlands garantiert nicht. Schon gar nicht beim Cruisen zwischen Dünen und Strandkorb.

Die schönsten Seiten Sylts selbst erfahren

Sandkörner im Auto – die gehören auf Sylt quasi nach dem ersten Aufsperren der Türe einfach dazu und sorgen schon mal gleich zu Beginn des Road Trips für ausgelassene Urlaubsstimmung. Vom Flughafen Sylt ist es nur eine kurze Fahrt bis nach Keitum. Das kleine Örtchen zählt wohl zu den romantischsten Plätzchen auf Sylt. Manche würden auch verschlafen oder ursprünglich sagen. Auf alle Fälle sind hier die typischen Reetdachhäuser liebevoll mit Blumen gepflegt und der Geist der alten Seeleute noch wenig lebendig. Wer tiefer in die alten Geschichten der Kapitäne eintauchen möchte, erfährt bei einem Besuch im Heimatmuseum oder der Kirche St. Severin mit dem dazugehörigen Friedhof am Meer. Einige der Grabsteine stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind noch recht gut erhalten. Leise erzählen sie von Aufbruch und Heimkehr, Hoffnung und Treue, festhalten und loslassen.

Dorf Hornum mit Leutchtturm

Bildnachweis: https://www.istockphoto.com/gb/photo/road-to-lighthouse-in-hornum-village-on-southern-coast-of-sylt-island-germany-gm675341236-123844979

Entspannen in Keitum und Morsum

Um die Gedanken danach wie die Wolken von dannen ziehen zu lassen, bietet sich ein ausgedehnter Spaziergang entlang der Küste zum Morsum-Kliff an. Wer seine lieber schonen möchte, fährt mit dem Auto zum Parkplatz des Naturschutzgebietes und blickt von der Aussichtsplattform hinunter auf die Landschaft.
Zum Aufwärmen geht es ins Kontorhaus Keitum. Das ist ein gemütliches Teehaus mit Hunderten verschiedenen Sorten Tee und einem wunderschönen Ausblick auf die Heide. Hier wird das Trinken des Ostfriesentees traditionell mit Kandiszucker und Milch in aller Ruhe zelebriert. Damit der Abend genauso entspannt ausklingt, ist das Severin*s Resort & Spa zu empfehlen. Das Fünf-Sterne-Haus kommt ohne Chichi aus. Selbst wenn man mit vom Wind zersausten Haaren und Gummistiefeln vom Hunger getrieben ins Bistro stapft, wird man nicht schief angeschaut. Lässiger Luxus nennen das die Friesen.

Leuchtturm-Rallye in den Norden

Über Munkmarsch und Braderup geht es nach Kampen. Kräuter- und Naturfreunde werden von der Wanderung über die Braderuper Heide begeistert sein. Architektur- und Fotojäger zieht es zum Leuchtturm Rotes Kliff. Stativ steht. Der Blickwinkel ist perfekt. Und schon ist man infiziert – vom Leuchtturmfieber. Plötzlich will man alle sehen. Weil jeder einzigartig ist und wahnsinnig fotogen. Also geht die Reise weiter Richtung Norden. Jetzt wird die Insel immer schmaler und die Straße rückt näher an die kilometerlangen Sandstrände.
Wer will, kann sein Auto auf einem der Parkplätze stehen lassen, über die Dünen stapfen und den Wellen beim Tanzen zu sehen. Oder man widersteht der Verlockung und düst weiter zu den Wanderdünen. Jedes Mal sehen die Wanderdünen anders aus und man hat das Gefühl mitten in der Wüste zu sein. Vor allem wenn am Nachmittag die Sonne tiefer steht und die Hügel tiefe Schatten werfen. Verfahren ist unmöglich. Es gibt nur eine Straße – und diese endet bei der Mautstation zum Naturschutzgebiet Nord-Sylt „Ellenbogen“.

Leuchtturm auf Sylt

Bildnachweis: https://www.istockphoto.com/gb/photo/ellenbogen-lighthouse-on-sand-dune-against-blue-sky-with-white-clouds-on-northern-gm675331486-123840407

Naturparadies Ellenbogen: Strand ohne Ende

Ein Pkw muss hier fünf Euro Tagesgebühr für die Einfahrt zahlen, aber es lohnt sich. Der letzte Zipfel der Insel, der sogenannte Ellenbogen, ist ein Naturparadies mit zwei Leuchttürmen und von bunten Muscheln übersäten Stränden. Aber Achtung: Ab und zu auch mal einen Blick auf die Straße werfen, denn die Schafe rennen frei herum und kreuzen schon mal die Fahrbahn!
Zurück bei der Mautstation unbedingt den Weg nach List nehmen. In der kleinen Stadt gibt es viel zu tun. Als Erstes wird im Hafen der Hunger bei Gosch gestillt und ein Fisch bestellt. Gut gestärkt geht es vis a vis ins Erlebniszentrum Naturgewalten. Zum einen hat man von der Dachterrasse einen herrlichen Blick auf das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer, zum anderen werden Naturphänomen unterhaltsam und kurzweilig erklärt.

Spaß in der Stadt: Westernland

Ebenfalls eine attraktive Schlechtwetteralternative ist das Aquarium in Westerland. Die Stadt mit etwas über 9000 Einwohnern stillt die Sehnsucht nach quirliger Fußgängerzone, Shops, Cafés, Restaurants, Clubs und Diskotheken. Richtig kultig sind aber die Strandbars außerhalb der Stadt. Auf dem Weg in den Süden der Insel kommt man bei allen berühmten Namen vorbei – allen voran die Sansibar oder Samoa Seepferdchen. Ein Stopp auf ein Getränk ist quasi Pflicht, um auch die schillernde prominente Seite der Insel kennenzulernen. Surfertypen kehren im Südkap in Hörnum ein, Genießer kuscheln sich in einen Strandkorb oder spazieren im Naturschutzgebiet Hörnum-Odde herum.

Unscheinbar überraschend: Rantum

Strand auf Sylt

Bildnachweis: https://www.istockphoto.com/gb/photo/sylter-strandabschnitt-gm486622751-38506786

Zum Grand Finale des Road Trip heißt es zurück zur Mitte nach Rantum. Das ist die schmalste Stelle der Insel. Nur 600 Meter trennen hier die Nordsee vom Wattenmeer. Das Auto lässt man besten im Hafen beim Rantumbecken stehen und bricht zu einer letzten Runde um den Deich auf. Wattwanderungen sollten jedoch immer nur mit einem Führer gemacht werden. So harmlos sie aussehen, die Naturgewalten sind unberechenbar. Im Hafen kann man auch den Strandkorbbauern über die Schulter schauen, im Outlet einkaufen und einen herrlich duftenden Kaffee in der Kaffeerösterei Sylt schlemmen. Ein wenig unscheinbar, doch voll mit friesischer Herzlichkeit.